14 Juli 2007

Floskelfreund

Floskeln helfen dem Glied einer Gesellschaft, sich zu orientieren und zu integrieren. Sie sind da, um uns vor peinlichen Patzern und frustigen Fettnäpfchen zu verschonen. Weil wir sie im Laufe unseres Lebens verinnerlicht haben, erlauben sie uns, in langweiligen Situationen gedanklich abzuschweifen, ohne dass es auffällt. Gelegentlich geschieht es mitunter deswegen, dass der im Kollektiv fest verankerte Ablauf des interpersonalen Floskeltausches missachtet wird und gar wirre Gespräche entstehen. Das macht nichts, nichtssagend wäre der Dialog auch im korrekten Floskeltauschvorgang gewesen.

- Grüessech.
- Glichfaus.
- Schöne Tag.
- Nej Danke.

24 Juni 2007

Männer bauen, Frauen kochen

Also, also Herr Aschinger:

Richard Aschinger lobt in einem Kommentar auf der Titelseite des Bundes vom Samstag 16.Juni 2007 den neuen Basistunnel als «grossartiges Werk» und zählt die zahlreichen Berufsgattungen auf, die sich für die Entstehung des Lötschbergtunnels eingesetzt haben:
«...ein Bau, an dem Tausende Mineure, Geologen, Sprengmeister, Ingenieure, Elektriker, Maurer, Schlosser, Maschinisten, Finanzcontroller, Dumperfahrer, Bahntechniker, Lüftungs-, Signal-, Sicherheitsspezialisten und Kantinenköchinnen zehn Jahre lang gearbeitet haben.»
Wie kann ein Journalist einem derart veralteten und realitätsfernen Stereotypendenken verfallen sein und bleiben? Ist er doch der Meinung, dass Männer, Experten und Arbeiter, den Tunnel geplant und gebaut haben, während Frauen, Kantinenköchinnen, gekocht und serviert haben. Bedenklich finde ich auch, dass unmittelbar über Aschingers Kommentar ein Artikel über das neue Buch von Alice Schwarzer angerissen wird: «Im Buch ‹Die Antwort› bilanziert die Feministin 30 Jahre Frauenbewegung.» Hier hat die Seitenproduktion entweder geschlafen oder die letzten 30 Jahre verschlafen.

Nachtrag: Die Redaktion des Bunds war so freundlich diesen Leserbrief abzudrucken. Danke.

16 Juni 2007

Kleine Wunder

Pequeños Milagros (1997)

Rosalia wäre gerne eine Fee. Tatsächlich scheint sie Kräfte zu entwickeln, die übersinnlich sind. Ihren Alltag macht sie sich mit kleinen Wundern erträglicher... Doch dann beschleichen sie plötzlich Zweifel über die Anwendbarkeit ihrer wundersamen Fähigkeiten (frei nach Monolog):

«Ich kann Wünsche für andere erfüllen. Wenn ich meine Kräfte aber für mich selber einsetze, werde ich bestraft… Ohje – ich werde wohl als Frosch – oder als Fisch wiedergeboren werden…. Oder noch schlimmer! Als Junge.»

08 Juni 2007

Sie hatten grüne Augen

The Patriot (2000)

Der französische Offizier Jean Villneuve (Tchéky Karyo) zieht mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskämpfer (auch Guerilliakrieger genannt) Benjamin Martin (Mel Gibson) in die alles entscheidende Schlacht. Zu Fuss. Martin hat zwei Söhne an die Engländer verloren, Villneuve zwei Töchter.

Das sind ihre Worte, bevor sie einen Engländer («Rotrock») nach dem andern abschlachten (in Zeitlupe):

«Wie alt waren deine Töchter?»

«Violette war zwölf, Pauline zehn. Sie hatten grüne Augen.»

«Sie waren bestimmt wunderschön-»

«Ja, das waren sie.»

(Welch andere Qualitäten könnten Mädchen auch haben als hübsch auszusehen?)

Sie gewinnen die Schlacht, dann den Krieg und fangen ein neues Leben an (untermalt mit dem goldenen Licht des Sonnenaufgangs).

Ein miserabler Film sondergleichen!

05 Juni 2007

Wie wahr!

Auf Empfehlung einer Freundin hab ich mir die Sendung von Mike Shiva angeguckt. Also sechs Minuten davon. Die Freundin hat später dann übrigens nichts mehr wissen wollen, von ihrer Empfehlung :-)

Sei es so, Mike Shiva hat tatsächlich was zu sagen:

«Wir leben in einer Kulti-Multi-Welt»

«Jeder Mensch ist ein Mensch»

«Jeder Mensch hat einen Charakter»

«Wer die Augen schliesst, sieht nur noch rosarot und hellblau»

«Du verzeihst nicht nur für ihn oder für sie – sondern auch für dir»

«Ein Tipp an dir: mach deinen eigenen Weg»

Mike: ich nehms mir zu Herzen.

Ich bin froh, gehöre ich jetzt zum Eingeweihtenkreis, die Weisheiten des Mediums Mike Shiva haben meinem Leben eine ganz neue Perspektive verleiht. Mit geschlossenen Augen erkenne ich die Menschen mittlerweile wie sie sind: menschlich.

31 Mai 2007

Geschichten aus dem Birkenwald 2

Heute: Romeo und Julia - Das tragische Ende einer Breitfussliebe

Es war ein Mal eine liebreizende Julia. Sie lebte im Birkenwald glücklich daher.

Dieweil lebte, auch im traulichen Birkenwalde, der holde Romeo, ein gar wagemutiger und bald verwegener junger Breitfussjüngling.
Dem Romeo entsprang eine tiefe Zuneigung für die edle Madendame. Kurzweg erklomm er, getrieben von feurigem Liebesempfinden, die prunkvolle Residenz seiner Angebeteten und hielt eine herzerweichende Ansprache. Die Liebesbekenntnisse Romeos waren dermassen hingebungsvoll, dass einjeder, der sie zu Gehör bekam, in Tränen aufgelöst von höchstem Entzücken heimgesucht wurde.

Julia zart konnte ihr Glück nicht fassen und schmiegte sich alsbald an ihres Larvengefährten Körper. In trauter Zweisamkeit verbrachten sie ungebtrübte Momente.


Der König, ein gar heimtückischer Madenmann, wurde angesichts des jovialen Glücks unserer beiden Turtelmaden ganz gelb vor Neid. Er schickte nach dem Untertan, dessen Boshaftigkeit über den Birkenwald hinaus bekannt (ganze Menschenvölker fürchten noch heute Opfer seiner schäbigen Machenschaften zu werden), und liess die sich liebenden Larvenfreunde maliziös vergiften.

Die Geschichte ist frei erfunden, mögliche Übereinstimmungen mit literarischen oder realen Persönlichkeiten sind unbeabsichtigt.

29 Mai 2007

Geschichten aus dem Birkenwald 1

Frei nach Horváth


Das sind wohl Larven von "Breitfüssigen Birkenblattwespen" (Croesus septentrionalis).

27 Mai 2007

Tanzen!

Geht ab wie S...
Der Titel lautete erst "Lasst uns tanzen!"... Ich finde den neuen aber wahrhaftiger.

Ahja: Fans sind natürlich immer willkommen :-)

20 Mai 2007

Das grosse Wortsterben

Ich möchte mich für die Wiederansiedlung folgender Wörter einsetzen:

- vermaledeit (und wie)
- schnöde
- Abgunst
- Obacht
- Dusel (so treffend)
- Halunke
- Harm (sonst ergibt "harmlos" keinen Sinn mehr)
- Leibchen (speziell in der schweizerdeutschen "Libli"-Form)
- Blageur ("Blagöri")

Um welche Wörter bangt ihr denn so?

12 Mai 2007

Persönliche Heldinnen III

Gute Laune gefällig?
Hier klicken:



Wer rockt besser?


Anmerkung der Redaktion: Heldinnen trifft auf beide Geschlechter zu.

11 Mai 2007

Seniorinnen

Auf dem Altersleitbild eines Gemeindeverbunds, dem ich herzlich gratulieren möchte:
Zwecks besserer Lesbarkeit erscheint im Text "Seniorinnen" für beide Geschlechter. Die Lebenserwartung ist bei Frauen um ca. 6 Jahre höher als bei Männern."

01 Mai 2007

Fluoreszierende Chefs

Aufgepasst!
Kindern tun Managern gut
Zürich - Laut einer im neuen "Cash" veröffentlichten Studie der amerikanischen Clark University sind Mananger mit Kinderpflichten die besseren Führungskräfte. Sie schätzen die Fähigkeiten anderer Mitarbeiter besser ein, sind stressresistenter und geduldiger, gehen besser mit Konflikten um und können Kompromisse eingehen. In der Schweiz arbeiten mittlerweile sechs Prozent aller Chefs teilzeit - Tendenz stark steigend.(20Minuten [auch SonntagsZeitung])
Wenn Manager mit Kinderpflichten bessere Chefs sind, sind dann nicht auch Mütter bessere Bossinnen?

Ich finde, das ist eine wunderbare Nachricht! Nicht, dass man das vorher nicht hätte wissen (also zumindest ahnen) können, aber hier wurden Gelder Mal für sinnvolle Studien verschwendet.

(((wer will schon fluoreszierende Schweine))

26 April 2007

Verständnisprobleme?


Ich besitze ungefähr 45 Paar Schuhe (ohne Gummistiefel, Moonboots und diverse Finken [nicht die Vögel {aber aus dem Vögele}]). Das heisst aber nicht, dass ich jeden Tag ein anderes Paar Stiefel, Pumps oder Sandalen in die Welt hinaus trage, oder dass ich einem hinterlistigen Schuhfetisch verfallen bin. Nein. Ich besitze diese schönen Dinger einfach gerne.

Vor diesem Hintergrund kann man vielleicht verstehen, dass ich mir gestern zwei sagenhaft rote, süperbe toepeep-Pumps gekauft und wonneerfüllt in meinen 2.36 Meter hohen Schuhschrank gestellt habe.

Kann mann?

21 April 2007

Was Föderalismus bedeutet

Ich war verzweifelterweise auf der Suche nach Wanzwil (BE). Ist praktisch Herzogenbuchsee (BE), aber eben doch nicht. Bin in Aeschi (SO) gelandet und hab' dort zwei nette Polizisten nach dem Weg nach Wanzwil gefragt. "Öhm, das ist ja im anderen Kanton..." Beide wussten's also nicht. Ich auch nicht. Dabei liegt es sozusagen nebenan von Aeschi. Dem in Solothurn. Es gibt drum auch ein Aeschi (BE).

16 April 2007

Asta in Bern 5

Und damit's nicht völlig veraltet:

Femte og sidste dag.



Korrespondenz: Asta

Hier habt ihr die Auflösung!

So, nun also doch noch und endlich die Auflösung des halb gelungenen Wohnenrätsels (ich wurde am Samstag leider wegen vielen Ikea-Möbeln aufgehalten, drum die enorme Verspätung):

Die richtige Lösung ist wie folgt
1 = Niggi (jööööh, härzige 'töpfu-könig)
2 = Kusi (stilecht und fotografisch perfekt, natürlich ;-)
3 = Mami Allemann (hab' das Stofftier drum selbst gemacht)
4 = Sue (Sushila, Kindergärtnerin, was das Schild eigentlich erklären dürfte)
5 = Remo (nein nein, was für ein Witzkobold ;-)
6 = Lucilia (was für ein Bild!!)
7 = Katrin (mit Muckis-Raum)

Zu euren Beiträgen: sie zeugen von höchsten Kombinatorik-Künsten!

Mit 4 richtigen und nur 3 falschen Tipps gewonnen hat: KUSI!! Das zeigt doch, dass es nicht wirklich drauf ankommt, dass man meine Leut' gut kennt ;-) ((nein, Glück braucht's auch noch))

Nennenswertes:
Remo hat sich leider nicht ganz korrekt ausgedrückt, sonst hätt' er sich mit Kusi wohl den ersten Platz teilen können, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob er vielleicht nicht doch meinte, dass er Nr. 2 und Kusi Nr. 5 sei :-p
Sushila hat es doch tatsächlich fertig gebracht, ihre eigenen Bilder falsch anzugeben (?)
Katrin war die einzige gewesen, die auf die Idee gekommen ist, ihre Lösung unter einem (nur mir logisch erscheinenden) Codenamen anzugeben und so nicht zu verraten, welche Bilder von ihr kamen. Dafür hat sich aber mich mit Remo verwechselt...
alle anderen: danke fürs Mitspielen :-)

Wie immer beim Glücksspiel mit hohen Gewinnen: Alle Angaben ohne Gewähr!