21 August 2007

Theater im Stade de Suisse

YB-Thun an einem sonnigen Sonntagnachmittag: ein Theater sondergleichen

1. Akt:
Die Schiedsrichterin des heutigen Spiels, Nicole Petignat, rennt aufs Feld und wird von einigen zehntausend Fussballfans kräftig ausgebuht [angeblich sei sie schon des öfteren als YB-feindlich aufgefallen]. Ein Jüngling schreit sich die schlimmste Beleidigung, die ihm gerade so in den Sinn kommt von der Seele:
- Du Emanze!

2. Akt:
- Ich zahl' dir eine Runde, was nimmst'?
- Eine Pepsi.
[Die drehenden Werbebanden am Feld leuchten gerade in sattem Blau und Rot, der weisse Schriftzug sorgt offenbar für die optimale Bedürfnisgenerierung]
- Spinnsch? Ich bezahle nur alkoholische Getränke!

3. Akt:
Den Akt hab' ich glatt vergessen oder verpennt (nehme das nächste Mal Griffel und Papier mit)

Die Bilder sind vom Match Luzern-YB vom 29.7.07 (Lagerausflug), unentschieden

19 August 2007

Gästesektor - Sushilas Weg mit dem Velo

Im "Gästesektor" werden künftig treue Leserinnen und Leser des Phlogs ihre Gastbeiträge präsentieren (vor allem in uninspirierten Zeiten wie diesen): Also Web 2.1. Den Beginn macht Korrespondentin Sushila, die von ihrer Veloreise von Winterthur nach Langenthal berichtet.

Velowanderweg 5

Mittellandroute

Winterthur ZH – Langenthal BE

141 Kilometer

25 Kg Gepäck

2 Tage

1 Fahrrad

1 Jugendherberge in Brugg10 cm Sand

5 Umdrehungen an Ort

3 Mal absteigen und stossen

30 Minuten stehen wegen Schmerzen am Füdli

1 Baum

Viele Wegweiser

Viele Wege

Viele Hochs und Tiefs (in jeglicher Hinsicht)

Viel Wasser!!!

Nach 10 Stunden reiner Fahrzeit und einigen Pausen dazwischen, mit Arm-, Rücken-, Füdli- und Knieschmerzen und einem total dreckigen Fahrrad und Rucksack, einem Loch in der Hose und einem nassen T-Shirt gut in Langenthal angekommen! :-)

Text und Bilder: Sushila Arnold

17 August 2007

Zum Glück ist das endlich geklärt!

"Lewis O. Mink hat in seinem Buch 'Historical Understanding' argumentiert, dass fiktionale Charaktere aus verschiedenen Romanen sich nie treffen können (Mink 1987)."

Gabriel Motzikin, Das Ende der Meistererzählungen, in: Joachim Eibach, Günther Lottes (Hg.), Geschichtskompass der Geschichtswissenschaft, Göttingen 2002, 371-387, 380.

16 August 2007

Feel-Good-Song #1

"Be Bop a Lula" singts in meinen Kopf, wenn die Welt irgendwie in Ordnung ist.

Original von Gene Vincent:


Eine unschlagbar hammröse Version von Micheller Myrtill (so tönts etwa in meinem Hirni ;-)


Welches Lied läuft in welchen Situationen in euren Köpfen auf und ab?

(Feel-Good-Song-Serie wird also fortgesetzt)

Trends taugen nichts

Da wähnte ich mich ernsthaft im Glauben, nach diesen schuhähnlichen Gebilden namens Crocs kann es modemässig nicht mehr schlimmer kommen.

Und dann erzählt eine Trendfachfrau (wo kann man sich zu einer solchen ausbilden lassen?) auf DRS3 ausgerechnet am 30. Todestag von Elvis Presley, Overalls seien gross im Kommen. Müssen wir uns denn wirklich solche Probleme selber schaffen, geht's uns tatsächlich so gut?

12 August 2007

10 August 2007

Die moderne Frau bestimmt mit

Blogfüller zum amüsierten Warten auf die Bilderserie des Sommerlagers...

Reklameseite der Solothurner Zeitung anno 1975: Die aufgeschlossene, moderne Frau bestimmt mit. Als Mittelpunkt der Familie - aber auch als bewusste Konsumentin... immer qualitätsbewusst... immer informiert... immer selbstbewusst... immer um- und weitsichtig. Sie fällen täglich Entscheide: bei jedem Einkauf. Wenn Sie noch mehr für sich und Ihre Familie tun wollen, so werden Sie Mitglied bei Coop - am besten noch heute.

Randnotiz:
Am 7. Februar 1971 nehmen die Stimmbürger das eidgenössische Stimm- und Wahlrecht für Frauen mit 621'109 (66%) Ja zu 323'882 (34%) Nein bei einer Stimmbeteiligung von 58% deutlich an. 15½ Kantone stimmen zu, 6½ Kantone der Zentral- und Ostschweiz (UR, SZ, OW, GL, SG, TG, AR und AI) lehnen mit teilweise immer noch massiven Nein-Mehrheiten ab
(http://demokratie.geschichte-schweiz.ch/chronologie-frauenstimmrecht-schweiz.html).

14 Juli 2007

Floskelfreund

Floskeln helfen dem Glied einer Gesellschaft, sich zu orientieren und zu integrieren. Sie sind da, um uns vor peinlichen Patzern und frustigen Fettnäpfchen zu verschonen. Weil wir sie im Laufe unseres Lebens verinnerlicht haben, erlauben sie uns, in langweiligen Situationen gedanklich abzuschweifen, ohne dass es auffällt. Gelegentlich geschieht es mitunter deswegen, dass der im Kollektiv fest verankerte Ablauf des interpersonalen Floskeltausches missachtet wird und gar wirre Gespräche entstehen. Das macht nichts, nichtssagend wäre der Dialog auch im korrekten Floskeltauschvorgang gewesen.

- Grüessech.
- Glichfaus.
- Schöne Tag.
- Nej Danke.

24 Juni 2007

Männer bauen, Frauen kochen

Also, also Herr Aschinger:

Richard Aschinger lobt in einem Kommentar auf der Titelseite des Bundes vom Samstag 16.Juni 2007 den neuen Basistunnel als «grossartiges Werk» und zählt die zahlreichen Berufsgattungen auf, die sich für die Entstehung des Lötschbergtunnels eingesetzt haben:
«...ein Bau, an dem Tausende Mineure, Geologen, Sprengmeister, Ingenieure, Elektriker, Maurer, Schlosser, Maschinisten, Finanzcontroller, Dumperfahrer, Bahntechniker, Lüftungs-, Signal-, Sicherheitsspezialisten und Kantinenköchinnen zehn Jahre lang gearbeitet haben.»
Wie kann ein Journalist einem derart veralteten und realitätsfernen Stereotypendenken verfallen sein und bleiben? Ist er doch der Meinung, dass Männer, Experten und Arbeiter, den Tunnel geplant und gebaut haben, während Frauen, Kantinenköchinnen, gekocht und serviert haben. Bedenklich finde ich auch, dass unmittelbar über Aschingers Kommentar ein Artikel über das neue Buch von Alice Schwarzer angerissen wird: «Im Buch ‹Die Antwort› bilanziert die Feministin 30 Jahre Frauenbewegung.» Hier hat die Seitenproduktion entweder geschlafen oder die letzten 30 Jahre verschlafen.

Nachtrag: Die Redaktion des Bunds war so freundlich diesen Leserbrief abzudrucken. Danke.

16 Juni 2007

Kleine Wunder

Pequeños Milagros (1997)

Rosalia wäre gerne eine Fee. Tatsächlich scheint sie Kräfte zu entwickeln, die übersinnlich sind. Ihren Alltag macht sie sich mit kleinen Wundern erträglicher... Doch dann beschleichen sie plötzlich Zweifel über die Anwendbarkeit ihrer wundersamen Fähigkeiten (frei nach Monolog):

«Ich kann Wünsche für andere erfüllen. Wenn ich meine Kräfte aber für mich selber einsetze, werde ich bestraft… Ohje – ich werde wohl als Frosch – oder als Fisch wiedergeboren werden…. Oder noch schlimmer! Als Junge.»

08 Juni 2007

Sie hatten grüne Augen

The Patriot (2000)

Der französische Offizier Jean Villneuve (Tchéky Karyo) zieht mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskämpfer (auch Guerilliakrieger genannt) Benjamin Martin (Mel Gibson) in die alles entscheidende Schlacht. Zu Fuss. Martin hat zwei Söhne an die Engländer verloren, Villneuve zwei Töchter.

Das sind ihre Worte, bevor sie einen Engländer («Rotrock») nach dem andern abschlachten (in Zeitlupe):

«Wie alt waren deine Töchter?»

«Violette war zwölf, Pauline zehn. Sie hatten grüne Augen.»

«Sie waren bestimmt wunderschön-»

«Ja, das waren sie.»

(Welch andere Qualitäten könnten Mädchen auch haben als hübsch auszusehen?)

Sie gewinnen die Schlacht, dann den Krieg und fangen ein neues Leben an (untermalt mit dem goldenen Licht des Sonnenaufgangs).

Ein miserabler Film sondergleichen!

05 Juni 2007

Wie wahr!

Auf Empfehlung einer Freundin hab ich mir die Sendung von Mike Shiva angeguckt. Also sechs Minuten davon. Die Freundin hat später dann übrigens nichts mehr wissen wollen, von ihrer Empfehlung :-)

Sei es so, Mike Shiva hat tatsächlich was zu sagen:

«Wir leben in einer Kulti-Multi-Welt»

«Jeder Mensch ist ein Mensch»

«Jeder Mensch hat einen Charakter»

«Wer die Augen schliesst, sieht nur noch rosarot und hellblau»

«Du verzeihst nicht nur für ihn oder für sie – sondern auch für dir»

«Ein Tipp an dir: mach deinen eigenen Weg»

Mike: ich nehms mir zu Herzen.

Ich bin froh, gehöre ich jetzt zum Eingeweihtenkreis, die Weisheiten des Mediums Mike Shiva haben meinem Leben eine ganz neue Perspektive verleiht. Mit geschlossenen Augen erkenne ich die Menschen mittlerweile wie sie sind: menschlich.

31 Mai 2007

Geschichten aus dem Birkenwald 2

Heute: Romeo und Julia - Das tragische Ende einer Breitfussliebe

Es war ein Mal eine liebreizende Julia. Sie lebte im Birkenwald glücklich daher.

Dieweil lebte, auch im traulichen Birkenwalde, der holde Romeo, ein gar wagemutiger und bald verwegener junger Breitfussjüngling.
Dem Romeo entsprang eine tiefe Zuneigung für die edle Madendame. Kurzweg erklomm er, getrieben von feurigem Liebesempfinden, die prunkvolle Residenz seiner Angebeteten und hielt eine herzerweichende Ansprache. Die Liebesbekenntnisse Romeos waren dermassen hingebungsvoll, dass einjeder, der sie zu Gehör bekam, in Tränen aufgelöst von höchstem Entzücken heimgesucht wurde.

Julia zart konnte ihr Glück nicht fassen und schmiegte sich alsbald an ihres Larvengefährten Körper. In trauter Zweisamkeit verbrachten sie ungebtrübte Momente.


Der König, ein gar heimtückischer Madenmann, wurde angesichts des jovialen Glücks unserer beiden Turtelmaden ganz gelb vor Neid. Er schickte nach dem Untertan, dessen Boshaftigkeit über den Birkenwald hinaus bekannt (ganze Menschenvölker fürchten noch heute Opfer seiner schäbigen Machenschaften zu werden), und liess die sich liebenden Larvenfreunde maliziös vergiften.

Die Geschichte ist frei erfunden, mögliche Übereinstimmungen mit literarischen oder realen Persönlichkeiten sind unbeabsichtigt.

29 Mai 2007

Geschichten aus dem Birkenwald 1

Frei nach Horváth


Das sind wohl Larven von "Breitfüssigen Birkenblattwespen" (Croesus septentrionalis).

27 Mai 2007

Tanzen!

Geht ab wie S...
Der Titel lautete erst "Lasst uns tanzen!"... Ich finde den neuen aber wahrhaftiger.

Ahja: Fans sind natürlich immer willkommen :-)

20 Mai 2007

Das grosse Wortsterben

Ich möchte mich für die Wiederansiedlung folgender Wörter einsetzen:

- vermaledeit (und wie)
- schnöde
- Abgunst
- Obacht
- Dusel (so treffend)
- Halunke
- Harm (sonst ergibt "harmlos" keinen Sinn mehr)
- Leibchen (speziell in der schweizerdeutschen "Libli"-Form)
- Blageur ("Blagöri")

Um welche Wörter bangt ihr denn so?

12 Mai 2007

Persönliche Heldinnen III

Gute Laune gefällig?
Hier klicken:



Wer rockt besser?


Anmerkung der Redaktion: Heldinnen trifft auf beide Geschlechter zu.

11 Mai 2007

Seniorinnen

Auf dem Altersleitbild eines Gemeindeverbunds, dem ich herzlich gratulieren möchte:
Zwecks besserer Lesbarkeit erscheint im Text "Seniorinnen" für beide Geschlechter. Die Lebenserwartung ist bei Frauen um ca. 6 Jahre höher als bei Männern."

01 Mai 2007

Fluoreszierende Chefs

Aufgepasst!
Kindern tun Managern gut
Zürich - Laut einer im neuen "Cash" veröffentlichten Studie der amerikanischen Clark University sind Mananger mit Kinderpflichten die besseren Führungskräfte. Sie schätzen die Fähigkeiten anderer Mitarbeiter besser ein, sind stressresistenter und geduldiger, gehen besser mit Konflikten um und können Kompromisse eingehen. In der Schweiz arbeiten mittlerweile sechs Prozent aller Chefs teilzeit - Tendenz stark steigend.(20Minuten [auch SonntagsZeitung])
Wenn Manager mit Kinderpflichten bessere Chefs sind, sind dann nicht auch Mütter bessere Bossinnen?

Ich finde, das ist eine wunderbare Nachricht! Nicht, dass man das vorher nicht hätte wissen (also zumindest ahnen) können, aber hier wurden Gelder Mal für sinnvolle Studien verschwendet.

(((wer will schon fluoreszierende Schweine))